Mit Sprachen auf Kurs

Sprachschüler bearbeiten Lehrmaterialien

Foto: FDSV/Kaplan

Ob Berlin, Paris oder Madrid: Die Welt der Sprachen und des Sprachenlernens ist global und grenzenlos. Sprachkurse und Sprachreisen sind zentrale Lernmethoden, um diese Welt zu erkunden.

„Sprachkurse eignen sich grundsätzlich für Menschen jeder Altersgruppe und alle Zwecke des Sprachenlernens“, weiß Julia Richter, Geschäftsführerin des Fachverbandes Deutscher Sprachreise-Veranstalter (FDSV). Dies gilt für das berufliche Weiterkommen ebenso wie für eine Bildungsreise nach Florenz oder eine Rundreise in Südamerika.

Zentrales strukturelles Element beim Sprachkurs ist der Lehrende. Bei informelleren Lernformen wie beispielsweise dem Sprachtandem besitzen die Beteiligten oft wenig sprachwissenschaftliche oder didaktische Kenntnisse. Sprachlehrer hingegen sind gut ausgebildete Fachleute.

Sprachkurse lassen sich überall belegen – in der Heimatstadt wie auch im Ausland. Worauf die Wahl fällt, ist unter anderem eine Frage der Zeit und des Geldbeutels.

Sprachkurse in der Heimatstadt finden entweder über einen längeren Zeitraum oder in Form von Intensivkursen statt. Der Vorteil von längeren Sprachkursen ist Spracherwerb praktisch „nebenbei“, also parallel zu Beruf, Freizeit und Familie. Die Kosten sind in der Regel geringer als bei Intensivkursen und zwischen den Unterrichtseinheiten besteht zudem die Möglichkeit, den Lernstoff selbständig zu vertiefen.

Intensivkurse

Doch je nach Lerntyp und -ziel kann auch ein Intensivkurs die richtige Wahl sein. Wer befürchtet, bei langen Intervallen zwischen den Unterrichtsstunden Gelerntes wieder zu vergessen oder nicht die Zeit aufbringt, Lernstoff eigenständig zu wiederholen beziehungsweise ganz bestimmte Themen vertiefen möchte, für den ist ein Intensivkurs genau das Richtige.

Der Vorteil von Intensivkursen im Heimatland ist, dass sie oft am eigenen Wohnort stattfinden und so keine zusätzlichen Übernachtungskosten anfallen. Für eine Sprachreise hingegen spricht, dass Sprachlerner im natürlichen Umfeld in die Sprache eintauchen können. „Vielen Lernenden fällt es leichter, sich für ein, zwei Wochen oder länger in einem Lehrgang vor Ort auf eine Sprache einzulassen“, so Richter. „Der Kopf ist freier für neuen Input als bei Sprachkursen in Deutschland, die oft abends nach dem beruflichen Alltag in einer Sprachschule stattfinden.“ Für den Lernerfolg wichtig: die Gruppengröße. Einzel-, Zweierkurse und Kleingruppen von bis zu sechs Lernenden sind am effektivsten. Beim Üben und Wiederholen von Grammatik, Konversation und Vokabeln sind viele Sprachaktivitäten zu empfehlen.

Bildungsprämie hilft

Es gibt bundesweit eine Vielzahl an Anbietern von Sprachkursen im In- und Ausland. Die Palette reicht von Anfängerkursen über Business-Sprachkurse bis zu branchenspezifischen fachsprachlichen Angeboten. Berufstätige können unter bestimmten Bedingungen zur Mit-Finanzierung von Sprachkursen die Bildungsprämie in Anspruch nehmen. Damit fördert das Bildungsministerium (BMBF) Weiterbildungen, indem es 50 Prozent der Kosten übernimmt, die insgesamt maximal 1000 Euro betragen dürfen. Vorausgesetzt werden ein Mindestalter von 25 Jahren, eine Erwerbstätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche sowie ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von bis zu 20.000 Euro.

Zahlreiche Sprachkurse sind darüber hinaus als Bildungsurlaub anerkannt, auf den Arbeitnehmer in den meisten Bundesländern rechtlichen Anspruch haben.

Sprachcamps für Schüler

Für Schüler sind Sprachreisen ebenfalls eine beliebte Methode, um die eigenen Sprachfertigkeiten zu verbessern, insbesondere in den Ferien. Ein betreutes Freizeitprogramm ist dabei ein wichtiger Aspekt. Eine Alternative, mit der sich Schüler Zeit und eine längere Anreise sparen, sind laut Julia Richter Sprachcamps in Deutschland, in denen Kinder und Jugendliche teils mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern einen Sprachkurs belegen können.  „Sprachcamps eignen sich auch für jüngere Schüler, um zum Beispiel eine Woche in den Ferien in eine Sprache hineinzuschnuppern“, so Richter. Ein guter Anfang für die spätere mögliche Vertiefung. Die Welt der Sprachen steht allen offen.